Warum Magensäure so wichtig ist

Gepostet von am Apr 20, 2018 in Blog über Gesundheit und Prävention | Keine Kommentare

Über Magensäure und ihre Funktion

Wenn es darum geht eine gesunde, reibungslose Verdauung zu fördern, denken viele in erster Linie an den Darm und wie man diesen stärken kann. Dabei beginnt die Verdauung schon viel früher und insbesondere die Wichtigkeit der Magensäure wird oft unterschätzt.

Magensäure wird vermehrt produziert, sobald wie mit dem Essen beginnen und ist vor allem für die Verdauung von Proteinen von Bedeutung. Im besten Falle sollte Fleisch ca. 2 Stunden in Magensäure „marinieren“. Dabei werden Proteine in Aminosäuren aufgespalten, die für eine Vielzahl an Stoffwechselprozessen im Körper wichtig sind.

 

Umso älter wir werden, umso weniger Magensäure wird produziert. So kann es vorkommen, dass man in jungen Jahren nahezu alles ohne Schwierigkeiten essen konnte, ab 40 jedoch plötzlich Probleme bekommt, insbesondere bei schwerem, fettigen Essen. Aufstoßen, Blähungen, Bauchschmerzen können dann verstärkt auftreten.

Aber nicht nur störende Beschwerden nach dem Essen werden durch einen Mangel an Magensäure begünstigt. Häufig ist auch die Aufnahme an wichtigen Nährstoffen gestört, so dass ein Mangel an Aminosäuren im Blut die Verfügbarkeit von Neurotransmittern negativ beeinflussen kann, was wiederum psychische Störungen wie Depression und Alzheimer begünstigen kann. Auch die Aufnahme von Folsäure, Vitamin B12 und Eisen ist durch zu wenig Magensäure gestört.

Ein zu wenig an Magensäure bedeutet auch, dass die erste „Barriere“ gegen pathogene Erreger, die man durch die Nahrung manchmal mit aufnimmt, fehlt und somit krankmachende Bakterien leichteres Spiel haben Infektionen auszulösen.

 

Auch Sodbrennen ist häufig durch einen Mangel an Magensäure bedingt – und nicht, wie viele annehmen, von einem Zuviel an Magensäure. Der Schließmuskel am Eingang des Magens, der Speiseröhre und Magen voneinander trennt, wird durch die Produktion von Magensäure gesteuert. Empfängt er das Signal, dass genügend Magensäure produziert wurde, um die Nahrung zu verdauen, schließt er sich und dichtet damit den Magen von der Speiseröhre ab. Wird zu wenig Magensäure produziert, schließt er nicht richtig und Teile des Mageninhalts stoßen sauer auf.

Wer annimmt, dass zu viel Magensäure Schuld am Sodbrennen ist, bekommt oft Magensäure-Hemmer verordnet. Diese neutralisieren die ohnehin zu wenig produzierte Magensäure und das Essen kann nicht richtig verdaut werden.

Eine geringe Magensäureproduktion steht auch in engem Zusammenhang mit Beschwerden der Atmungsorgane. Da Magen und Lunge einen gemeinsamen „Eingang“ im Hals haben, können pathogene Erreger, die sich durch Magensäuremangel am Mageneingang befinden, vor allem in liegender Position während des Schlafes aufsteigen. So kann es sein, dass man diese Erreger einatmet und sich so Irritationen oder Infektionen des Rachens, der Speiseröhre, der Bronchien oder der Lungen entwickeln können.

 

Erste Anzeichen für ein Zuwenig an Magensäure wären also:

  • Schlechte Verträglichkeit von Fleisch/Fisch
  • Sodbrennen nach dem Essen
  • Blähungen etwa 2-3h nach dem Essen, welche nach bestimmten Nahrungsmitteln riechen
  • Häufiges Aufstoßen nach dem Essen
  • Übler Geschmack im Mund
  • Dünndarmfehlbesiedlung oder Infektionen mit Bakterien, Hefen und anderen Parasiten
  • Mangelerscheinungen (Eisen, B12)
  • Candida-Infektionen
  • analer Juckreiz
  • Raue Stimme am frühen Morgen

 

Wie kann man einen Magensäuremangel testen?

Ein simpler Test, mit dem man selbst die Produktion der Magensäure testen kann, ist folgender:

Direkt nach dem Aufstehen wird 1TL Natron in einem Glas Wasser aufgelöst und die Mischung dann getrunken. Kommt es in den nächsten fünf Minuten durch die chemische Reaktion zu mehrmaligem Aufstoßen oder Rülpsen ist die Magensäure vermutlich in Ordnung. Bleibt hingegen alles ruhig, kann dies auf einen Mangel hinweisen.

 

Was tun bei bekanntem Magensäuremangel?

Um einem Mangel an Magensäure entgegen zu steuern, gibt es einige natürliche Mittel. Ein gesunder Lebensstil, die Zuführung von unraffiniertem Meersalz oder Himalaya-Salz (Salz ist ein wesentlicher Bestandteil der Magensäure) und der Verzehr von fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut oder Kimchi können die Magensäureproduktion ankurbeln. Apfelessig oder Zitronensaft zum Ansäuern ihrer Nahrung können die Verdauung unterstützen, genauso wie Bitterstoffe (z.B. Artischockenblätter, Löwenzahn, Rucolasalat). Stressreduktion und bewusstes Essen in ruhiger Atmosphäre mit gründlichem Kauen helfen ebenso.

Bei starkem Mangel sollten ergänzend Nahrungsergänzungsmittel (HCl oder Betainhydrochlorid, z.B. hier) eingenommen werden, die Magensäure enthalten und so die Verdauung verbessern.

Vereinbaren Sie jetzt online einen Termin

Termin vereinbaren
Erfahrungen & Bewertungen zu Heilpraktiker Philipp Nedelmann