Studie: Diabetes Typ 2 durch Ernährung umkehren

Studie: Diabetes Typ 2 durch Ernährung umkehren

Was eine Ernährungsumstellung bei Diabetes Typ 2 bewirken kann

Diabetes mellitus zählt zu den großen Volkskrankheiten unserer Zeit und betrifft circa 10 % der deutschen Bevölkerung. Die wenigsten davon leiden an Diabetes Typ 1, der nach heutigem Wissensstand genetisch und durch autoimmune Prozesse bedingt ist. Weit verbreitet hingegen ist Diabetes Typ 2 , der hauptsächlich durch eine kohlenhydrat- und zuckerreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht entsteht und gefördert wird. Ein Phänomen des Überangebots an Nahrungsmitteln des industriellen Zeitalters, das in Notzeiten, hierzulande zuletzt im und nach dem 2. Weltkrieg, kaum ein Thema darstellte.

Wenn der eigene Lebensstil einen so großen Anteil an der Entstehung einer Krankheit hat, heißt das im Umkehrschluss, dass eine Veränderung der Gewohnheiten in Bezug auf Ernährung und Bewegung einen ebenso großen Effekt haben und Diabetes Typ 2 womöglich sogar umkehren kann?

Diesen Schluss legt eine in dem medizinischen Fachjournal Diabetologia erschienene Studie nahe, in der britische Ernährungswissenschaftler nachgewiesen haben, dass Diabetes Typ 2 innerhalb von zwei Monaten ohne Medikamente oder Operation, aber mit Ernährungsumstellung bemerkenswert verbessert werden kann.

So sah die Studie vor, Typ-2-Diabetes Patienten über mehrere Wochen auf eine 600 Kalorien-Reduktionsdiät zu setzen. 510 Kilokalorien entfielen dabei auf eine orale Nährstofflösung, der Rest der Kalorien verteilte sich auf variable Gemüsemahlzeiten.

Das Ergebnis: Nach einer Woche hatten sich die Nüchtern-Blutzucker-Werte und die hepatische Insulinsensitivität vollständig normalisiert, der Leberfettgehalt hatte um 30 % abgenommen. Nach 8 Wochen kam es zu einer Normalisierung der Funktion der Beta-Zellen. Kernspintomographische Untersuchungen zeigten, dass sich auch die Verfettung von Leber und Pankreas zurückbildeten.

Diabetes Typ 2 scheint also ein potentiell umkehrbarer metabolischer Vorgang zu sein. Ein Grund mehr, sich immer wieder bewusst zu machen, wieviel wir durch Veränderungen unserer Lebensgewohnheiten selbst für unsere Gesundheit tun können.

 

 

 

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