Macht Milch krank?

Macht Milch krank?

Über die Auswirkungen von Milch auf unsere Gesundheit

Die Zeiten, in denen mit Milch als einem der gesündesten Lebensmittel geworben wurde, sind lange vorbei. Immer mehr Menschen greifen zu laktosefreien Produkten oder Milch-Alternativen – sei es begründet, da tatsächlich körperliche Beschwerden durch den Konsum von Kuhmilch entstehen oder eher, weil es gesünder und irgendwie besser erscheint, auf Laktose zu verzichten. Sind all diese Gedanken begründet?

Fakt ist, dass immer mehr Menschen Probleme haben, Milch zu verdauen und mit verschiedenen Symptomen reagieren. Das ist im Grunde kein neues Problem sondern hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass heute wesentlich mehr Milch in verschiedenster Verarbeitung konsumiert wird als früher. Milchkaffee, Joghurt, Quark und Käse gehören für viele Deutsche zu den beliebtesten Nahrungsmitteln.

Bei Beschwerden wird oft zuerst an eine Laktose-Intoleranz gedacht, bei der die mit der Nahrung aufgenommene Laktose wegen verminderter oder fehlender Produktion des Verdauungsenzyms Laktase nicht verdaut werden kann. Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen sind dann oft die Folge. Casein, ein Milcheiweiß, das nicht nur in Kuhmilch, sondern ebenso in anderen tierischen Milchen wie Schaf-, Ziegen- und Stutenmilch vorhanden ist, kann ebenso zu Symptomen führen. In diesem Fall spricht man von einer Milcheiweiß- oder Kuhmilchallergie.

Ein weiterer Grund der gegen den Verzehr von Milch spricht, sind die darin enthaltenen Rückstände an Hormonen und Antibiotika, die den Kühen in der Massentierhaltung in vielen Fällen zur Steigerung der Milchmenge und Abtötung von Erregern verabreicht werden. Eine von Wissenschaftlern der Harvard University durchgeführte Studie konnte einen klaren Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milch und der Entstehung von Krebs feststellen. Ein Vergleich von Milchverbrauch und Krebsverbreitung in 42 Ländern konnte zeigen, dass Länder mit gesteigertem Milch- und Käsekonsum eine proportional erhöhte Rate an Prostatakrebs bei Männern hatten. Der gleiche Anstieg ließ sich bei der Zahl der an Brustkrebs erkrankten Frauen feststellen.

Darüber hinaus können Wachstumshormone in der Milch über die Aufnahme von Aminosäuren ins Blut die Insulinausschüttung fördern und werden daher auch in vielen Studien für die Entstehung von Diabetes Typ 2 verantwortlich gemacht. 1992 entdeckten Forscher, dass Milchproteine eine Autoimmunreaktion auslösen, was eine Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse nach sich ziehen kann.

Und auch der früher viel zitierte Satz „Milch macht müde Knochen munter“ hat seine Gültigkeit verloren. Die bereits genannte Harvard Studie, an der mehr als 75 000 Frauen über 12 Jahren teilnahmen, widerlegte nicht nur die Schutzwirkung von Milch gegen Knochenbrüche, sondern bringt Milch sogar mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose und damit verbundenen Knochenbrüchen in Verbindung.

Neben all den bereits genannten Erkenntnissen, gilt der im Milchzucker enthaltene Einfachzucker Galactose zusätzlich entzündungsfördernd. So konnten in einer von Prof. Michaëlsson durchgeführten Studie durch Blutanalysen von Milchtrinker erhöhte Entzündungswerte sowie erhöhte oxidative Stresspegel nachgewiesen werden.

Entzündliche Prozesse, insbesondere in Kombination mit oxidativem Stress, können die Entstehung einer Vielzahl von Krankheiten fördern, wie z. B. Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes, Arthritis, Osteoporose, Neurodermitis, Reizdarmsyndrom, Allergien, chronische Nebenhöhlenentzündungen, Parkinson, entzündliche Darmerkrankungen, Alzheimer und Krebs.

Alles in allem bleiben wenige Argumente, die für den Verzehr von Kuhmilch sprechen. Wir empfehlen daher, wenn möglich ganz darauf zu verzichten oder den Konsum stark einzuschränken. Wer gar nicht auf Milch von der Kuh verzichten möchte, sollte am besten zu Rohmilch direkt vom Bauern greifen und Weidemilch bevorzugen, da diese häufig besser vertragen werden, nahrhafter und weniger belastet sind. Wer ganz auf tierische Milch verzichtet, kann aus einer Fülle an pflanzlichen Alternativen wählen. Nussmilche wie Mandel- oder Haselnussmilch, Reismilch oder Hafermilch gibt es in der Zwischenzeit nicht nur in Bioläden, sondern auch in vielen Supermärkten. Sie schmecken lecker, insofern muss Kuhmilch-Verzicht nicht unbedingt Genuss-Verzicht bedeuten…

 

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