Emotionslosigkeit durch Paracetamol

Emotionslosigkeit durch Paracetamol

Körperliche und psychische Effekte von Paracetamol

Dass frei verkäufliche Schmerzmittel eine Vielzahl an körperlichen Nebenwirkungen haben können, ist wohl den meisten Menschen bekannt. Neueste Untersuchungen zu der Wirkung von Paracetamol, dem weltweit am meisten verbreitete Schmerzmittel, zeigen, dass sie darüber hinaus auch erhebliche Auswirkungen auf unsere Gefühle haben können.

Paracetamol wird nicht nur als reines Schmerzmittel eingesetzt, sondern steckt auch in einer Vielzahl an Kombinationspräparaten, z.B. Erkältungsmitteln. Damit ist es weltweit in mehr als 600 Arzneimittel auf dem Markt enthalten und für viele Menschen das Mittel erster Wahl bei akuten Schmerzzuständen.

Der oft leichtfertige Umgang damit ist bedenklich, da sich die Nebenwirkungen von leichten Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu erheblichen Leberschäden zeigen können. Laut Studien ist eine häufige Paracetamol Einnahme in Großbritannien und den USA die häufigste Ursache für akutes Leberversagen. Des Weiteren scheint sich das Risiko, Asthma zu entwickeln durch Paracetamol zu erhöhen. Bei Ungeborenen, deren schwangere Mutter häufig Paracetamol konsumiert, könne dadurch auch Autismus gefördert werden.

Nun wurde durch eine placebokontrollierte Studie, die an der Ohio State University stattfand und im Journal Psychological Science veröffentlicht wurde, eine weitere Nebenwirkung gefunden.

Nach der Einnahme von Paracetamol bzw. eines Placebos wurden 40 Teilnehmern Fotografien gezeigt, die von Forschern speziell ausgewählt wurden, um emotionale Reaktionen auszulösen – sehr positive, neutrale sowie sehr traurige Motive.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Paracetamolgruppe alle Fotografien weniger emotional einstufte, als es die Placebogruppe tat. Fröhliche Bilder wurden nicht besonders fröhlich empfunden und traurige Bilder lösten in den Probanden, die Paracetamol genommen hatten, nicht annähernd so traurige Gefühle aus, wie bei der Placebo-Gruppe.

Die Zusammenfassung der Wissenschaftler: „Die Einnahme von Paracetamol scheint weitreichendere Konsequenzen zu haben, als zuvor gedacht. Das Mittel ist offenbar nicht nur ein Schmerzdämpfer, sondern auch ein Gefühlsdämpfer.“ Dass das Medikament ihre Emotionalität beeinflusste, schienen die Probanden nicht zu merken.

 

Bei einer Fülle an körperlichen Risiken zusammen mit dem Effekt emotionaler Abstumpfung und Gefühllosigkeit, bleibt zu hoffen, dass Ärzte und Menschen sensibilisiert werden, bedachter mit solchen „Alltags-Medikamenten“ umzugehen. Das Augenmerk sollte vielmehr auf der Ursachenforschung liegen, damit durch alternative Schmerztherapien auf natürliche Weise ein beschwerdefreier Zustand erreicht werden kann.

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