Was tun nach einem Zeckenstich?

Gepostet von am Sep 15, 2017 in Blog über Gesundheit und Prävention | Keine Kommentare

Verhalten und Diagnosemöglichkeiten nach einem Zeckenstich

Eine lästige, aber relativ häufige Begleiterscheinung der Sommerzeit mit vielen Aufenthalten in der Natur, sind Zeckenstiche. Zecken sind Blut saugende Parasiten, die Tiere und den Menschen befallen. Da sie in Europa und weiten Teilen Deutschlands weit verbreitet sind, kann sich nahezu jeder im Laufe seines Lebens einen Zeckenstich einfangen.

Bevorzugte Aufenthaltsorte sind Laub- und Nadelwälder mit Büschen und Sträuchern, von denen sich die Zecken, wenn ein Tier oder Mensch vorbeikommt, fallen lassen und an Ihrem „Wirt“ festklammern. Prinzipiell sind Zecken außer im Winter das ganze Jahr über aktiv – ihre Höhepunkte sind jedoch zwischen Mai bis Juni und September bis Oktober.

Hat sich eine Zecke festgesaugt, können Bakterien und Viren aus dem Blut befallener Tiere aufgenommen werden und sich in ihnen vermehren. Ab dann wird eine Zecke zum Überträger und kann bei nachfolgenden Zeckenstichen Krankheitserreger mit dem Speichel auch auf den Menschen weitergegeben. In unseren Breiten können folgende Krankheiten durch Zecken beim Menschen entstehen: FSME, Borreliose und Anaplasmose.

 

Zeckenstich – Was nun?

Nicht jeder Zeckenbiss muss mit einer Infektion einhergehen. Manche Zecken sind keine Überträger und bei schnellem Erkennen eines Zeckenstichs und vorsichtigem Entfernen kann eine Infektion vermieden werden. Zur Entfernung benutzt man eine Pinzette, mit der die Zecke direkt über der Haut erfasst und vorsichtig herausgezogen wird. Wichtig ist, den Zeckenkörper nicht zu zerquetschen, da das eine Infektion fördern könnte.

Die Saugdauer der Zecken ist für die Übertragung von Bedeutung. FSME-Viren befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecken und kann daher schon unmittelbar beim Einstich übertragen werden. Borrelien und Anaplasmen vermehren sich zuerst in den Darmzellen der Zecken bis sie an deren Speicheldrüsen gelangen – saugt eine Zecke länger als 2 Stunden ist hier eine Infektion möglich.

 

Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Diagnose

Die schnellste Möglichkeit, sich Klarheit zu verschaffen, ob ein Zeckenstich eine Infektion nach sich ziehen kann, ist die entfernte Zecke ins Labor einzuschicken und auf Erreger untersuchen zu lassen. Ein Labor, das sich auf diese Untersuchung spezialisiert hat, ist z.B. Zecklab.

Es ist ebenso möglich durch eine Blutuntersuchung Erreger nachzuweisen. Dieser Test ist jedoch unmittelbar nach einem Stich nicht aussagekräftig. Erst nach sechs Wochen lassen sich Antikörper nachweisen – und dies nur bei etwa 20-50 % der Patienten. Erst einige Wochen später, wenn manchmal schon starke Symptome auftreten, können Labormediziner die Antikörper bei 70-90 % der Betroffenen nachweisen.

Eine weitere Schwierigkeit bei der Diagnose von Borreliose: Der Erreger der Borreliose, das Borrelia burgdorferi, ähnelt manchmal stark anderen Krankheitserregern. So kommt es vor, dass der Test für eine Borreliose spricht, obwohl keine Infektion vorliegt. Mediziner sprechen dann von einem falsch-positiven Test.

 

Hinweise auf eine Infektion

Eine Borrelioseerkrankung verläuft in Stadien. In etwa 75% der Fälle kann sich im Frühstadium einer Lyme-Borreliose die sogenannte Wanderröte bilden (Erythema migrans).

In diesem Fall sollte ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden. Je früher eine Borreliose erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.

Im weiteren Verlauf kann es Monate nach dem Zeckenstich zu grippeähnlichen Allgemeinsymptomen, Lähmungen der Hirnnerven, Hauterscheinungen und auch Herzentzündungen kommen. Im Spätstadium treten Entzündungen der Haut und auch Gelenkbeschwerden auf. In seltenen Fällen kommt es zu einer Entzündung des Gehirns und Rückenmarks.

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zeigen sich nur bei etwa 10-30 % der Infizierten Symptome, die oft milde verlaufen. Betroffene klagen 1-2 Wochen nach dem Zeckenstich über grippeartige Symptome, die in der Regel schnell wieder abklingen.

Bei etwa 70 % dieser Patienten mit Symptomen kann es nach ca. 8-10 Tagen zu einem zweiten Fieberanstieg kommen, manchmal mit Erbrechen und Kopfschmerzen. Diese können Zeichen einer Meningoenzephaltitis, einer Hirn- und Gehirnhautentzündung sein. Neben Bewusstseinsstörungen können auch Lähmungen hinzukommen. Aber auch diese schweren Verläufe heilen meistens folgenlos aus.

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